Worüber wir uns nur wundern können !

Worüber wir uns nur wundern können !

Beitragvon rebecca » Do Mär 17, 2005 3:01 pm

Das sind derzeit immer noch die überzogenen Wohngebietsausweisungen in vielen Vororten unserer Stadt, so auch bei uns in Brechten!

Sehr genau beobachten wir dieses Vorgehen unserer Stadtplaner, und zwar Wohngebiete auszuweisen auf der grünen Wiese; also am Rande von noch in-takten Dorf-Strukturen, wie z. B. Brechten sie noch hat.

Wir meinen, daß die Stadt Dortmund auch nicht annähernd wissen kann, ob ein derartiger großer angenommener Bedarf für die kommenden Jahre überhaupt noch weiterhin besteht! Wir halten diese Möglichkeit für sehr unrealistisch, nicht zuletzt auch unter Berücksichtigung der für die kommenden Jahre prog-nostizierten drastisch abnehmenden Bevölkerungszahlen. Siehe dazu auch unse-ren Beitrag aus der Bürgerfunk-April-Sendung 05.

Ein Vorhaben unserer Stadtplaner, und zwar die geplante Gewerbe- und Indust-rieansiedlunge in der Brechtener Niederung, ist nun abgeschmettert. Doch schon gibt eine weitere Absicht unserer Stadtplaner Anlaß zu erneuter Kritik, nämlich: Wie kann man aus Dortmunder Sicht die Lebensbereiche „Arbeiten und Woh-nen“ enger miteinander verknüpfen könnte.

Eigentlich hat diese Idee was! Aber zuerst müssen ja wohl die Arbeitsplätze her. 70.000 Zusätzliche sollten es bis 2010 sein! Aber wollen diese herbeigewünsch-ten „neuen“ Dortmunder, die ja größtenteils aus dem besserverdienenden DO-Projekt kommen sollen, künftig auch überhaupt in unserer Stadt leben?

Will ein großer Teil dieser Familien wirklich in den inzwischen ebenfalls sehr eng „zugepflasterten“ nördlichen Vororten Wohnungen/Häuser kaufen/mieten?

Wenn man sieht, was bisher für ein katastrophaler und teuer bezahlter Mix in vielen Vororten entstanden ist, ohne daß planerisch auch nur ein kleines biß-chen auf die oft noch intakten alten Ortskerne und die schöne, ebenfalls alte Be-bauung in den umliegenden Straßen geachtet wurde, wagen wir, genau das zu bezweifeln.

Man könnte vielmehr befürchten, daß so mancher Besucher einem zugezogenen Neu-Do sagt: „Oh, hübsch häßlich habt ihr’s hier“.




Warum bloß wird den Bürgern von den Stadtplanern nach wie vor vorgegaukelt, in unserer Stadt könnten die lang ersehnten Arbeitsplätze vor allem dadurch herbeigeschafft werden, daß man in den bevorzugten Vororten genügend Wohn-gebiete ausweist!

Nun ist Brechten ja inzwischen zu einem sehr gefragten Wohnvorort geworden. Das ist nicht zu übersehen. Ob das jedoch so gut ist, wird sich zeigen. Wir gehen nämlich davon aus, daß weitere Zerstörung des bis jetzt noch relativ intakten Brechtener Umfeldes dazu führen wird, daß genau diejenigen, die es sich eigent-lich leisten könnten, künftig bei uns zu wohnen, lieber noch ein Stückchen wei-ter ins Umland abwandern oder gar nicht erst in unser Dorf umsiedeln.

Was dann an Einwohnern nachrückt, ist wirtschaftlich häufig sehr viel schwä-cher. Haben Sie’s denn noch nicht gesehen? Schon jetzt stehen bereits monate-lang und das sogar in recht exponierter Lage zum Dorfkern - zwei Reihenhäu-ser zum Kauf angeboten. Eines davon versucht man inzwischen wenigstens vermieten zu können, weil der Verkauf offensichtlich nicht gelingen will.

Warum ist das wohl so? Vielleicht sind es die Schleichverkehre. Vielleicht stö-ren aber auch die überquellenden Papier- und Glascontainer in unmittelbarer Sichtweite und und der unglaublich Dreck daneben und drumherum, ohne daß die Stadt was dagegen tut. Tja, wer weiß das schon so genau!

In unserem Dorf wird letztlich für die verlangten hohen Preise viel zu wenig „al-tes gewachsenes und daher liebenswertes Brechten“ geboten; eben genau das nicht, was Brechtens Wohnqualität bisher immer ausgemacht hat. Nur wenn dieser wichtige Punkt stimmt, sind potentielle Käufer bereit, dafür zu zahlen. Da sehr wir derzeit aber ganz schön schwarz!!

Liebe Stadtplaner:
Mit einer Tendenz zur sozialen und wirtschaftlichen Verelendung der Einwoh-nerschaft in weiten Teilen unseres Stadtgebietes, wird sich Dortmund langfristig als Standort für die Branchen, in denen man sich grundsätzliche eine große An-zahl neue Arbeitsplätze erhofft, gegen Wettbewerber wie Münster, Bonn oder Düsseldorfer nicht positionieren können. Da hilft auch kein Phoenix-See und das völlig überproportionierte 3 Do-Projekt!
rebecca
 
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