Zeckenbiß

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Zeckenbiß

Beitragvon rebecca » Mi Apr 30, 2008 3:36 pm

Ein Zeckenbiß und seine möglichen Folgen

Wir müssen uns leider verabschieden von der beruhigenden Vorstellung, daß man lediglich in Österreich und in einigen Teilen Bayerns durch einen Zeckenbiß schwer erkranken kann. Auch in Sachsen ist mittlerweile bereits jede 2. Zecke mit Borreliose (Bakterien) infiziert, und auch hier bei uns sieht es inzwischen genau so schlecht aus.

Aber deswegen darauf zu verzichten, im Wald spazieren zu gehen oder dort nach Beeren und Pilzen zu suchen, ist wenig hilfreich, denn die verseuchten Zecken sind mittlerweile schon in unseren heimischen Hausgärten angekommen, die der Haupt-Übertragungsort für Krankheiten durch Zeckenbisse geworden sind.

Jetzt zu seinem eigenen Schutz und den seiner Kinder alle Blumen und Sträucher herauszureißen, bringt überhaupt gar nichts, weil selbst von einem extrem kurz ge-schorenen Golf-Rasen die gleiche Gefahr ausgeht. Wir haben einen solchen Fall in unserem Freundeskreis.

Was nun dagegen tun? Da wird z. B. empfohlen, nur mit festem Schuhwerk im Gar-ten zu arbeiten. Mit Flip-Flops oder Badelatschen wird das wohl eh’ keiner machen. Aber auch ein solider Halbschuh ist kein ausreichender Schutz. Man soll die Knie-strümpfe über die lange Hose hochziehen und so die Beine schützen. Aber wer macht das schon, und wie sieht das aus? Letztlich bleibt nur eins: nach getaner Gartenarbeit – sei es Hecken schneiden, Unkraut jäten, säen oder ernten – den Körper nach Zecken absuchen und nicht nur von vorne, sondern auch von hinten kontrollieren.

Und das sollte man auch wissen:
Die Zecke ist zunächst nicht größer als 1 mm, daher muß man schon ganz genau hinschauen, um diesen kleinen schwarzen Punkt zu entdecken. Sollte sich die Zecke bereits festgebissen haben, ist Hektik nicht angesagt. Die Übertragung der Bakterien erfolgt nämlich erst nach ca. 10 Stunden. Also ist genügend Zeit da, sie mit den Fingerspitzen langsam herauszuziehen. Links- oder Rechtsrumdrehen ist übrigens ein längst überholter Irrglaube. Wenn jemand kurze Fingernägel hat, sollte er eine Pinzette benutzen; ein Handwerker wird dann wohl lieber eine Kombi-Zange benutzen. Die hat den Vorteil, daß man anschließend damit das Tier durch einen festen Druck zerquetschen kann.


Versuchen Sie erst gar nicht, die Zecke in eine Zeitung einzuschlagen und sie darin dann zu zerdrücken. Es wird Ihnen nicht gelingen. Ein leichter Schlag darf auf mit dem Hammer ist da schon erfolgreicher.

Es gibt zwei Arten einer Infizierung durch Zecken:

1.) Die FSME – eine Virus-Erkrankung. Hierbei wird das Gehirn des Erkrankten befallen. Eine Heilung nach erfolgter Infektion ist nicht mög-lich, jedoch eine vorbeugende Schutzimpfung. Die FSME kommt übri-gens relativ selten vor.

2.) Die Borreliose. Sie hat – und das ist das Gefährliche – kein typisches Krankheitsbild. Es kann ein Kribbeln in den Füßen auftreten sowie Gelenkschmerzen, Gleichgewichtsstörungen und dergleichen. Der rote Fleck an der Bißstelle tritt auch nicht immer auf. Kaum ein Hausarzt kann zunächst eine eindeutige Diagnose abgeben. Wenn Sie sich also mies fühlen und nur den geringsten Zweifel haben, lassen Sie Blutproben in einem Tropen-Institut untersuchen (z. B. in Köln oder Hamburg). Die örtli-chen Labors sind derzeit noch nicht in der Lage, einen eindeutigen Befund zu liefern.


Aber selbst dann, wenn Borreliose festgestellt wurde, können die nächsten gravie-renden Fehler passieren.

Da wird gelegentlich der Einsatz von Cortison empfohlen. Das ist völlig falsch. Neh-men Sie also dieses Medikament nicht ein. Auch halbherzige Dosierungen von Anti-Biotika (Letztere sind im Prinzip jedoch der richtige Weg), verschlechtern das Krankheitsbild nur.

Der einzig richtige Weg ist die Einnahme hammerharter Dosierungen von Anti-Biotika - so ähnlich wie bei der Bekämpfung der Syphilis -, und zwar 3 Wochen lang. Wenn Sie das befolgen, haben Sie beste Chancen, nicht an Borreliose zu erkranken.

Sollten Sie diese Warnungen in den Wind schlagen, zumal bei Borreliose eine Schutzimpfung nicht möglich ist, gehen Sie das Risiko ein, als untherapierbarer Schmerz-Patient zu enden oder schlimmstenfalls in der Psychiatrie zu landen.

PS:
Lt. „STIFTUNG WARENTEST“ wirken Anti-Zeckenmittel höchstens 2 – 2 ½ Stunden und nicht, wie von den Herstellern behauptet, bis zu 6 Stunden.
rebecca
 
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