Schleier-Eulen aus der Sendung vom 25.04.06

Was haben Athen und Brechten gemeinsam ?

Schleier-Eulen aus der Sendung vom 25.04.06

Beitragvon rebecca » Di Apr 25, 2006 2:40 pm

:lol:
Was haben Athen und Dortmund-Brechten gemeinsam? Die Antwort: Weder nach Athen noch in unser Dorf Brechten müssen Eulen getragen werden. Es sind nämlich schon ganz viele da. Um korrekt zu sein: Schleiereulen sind es, die – neben den schon immer vorhandenen Steinkäuzen – in großer Zahl in unserem Dorf anzutreffen sind. Allein im letzten Jahr konnten 6 Brutpaare nachgewiesen werden, die alle zumindest 1 x Junge großgezogen haben. Dieses außergewöhn-liche Vorkommen von Schleier-Eulen hat mindestens zwei Gründe.

Der Wichtigste:
in Brechten ist noch sehr viel Grasland vorhanden. Gott sei Dank wurde es nicht umgebrochen, um Mais oder Ähnliches darauf anzubauen, denn auf solchen Flä-chen kommen kaum noch Tiere vor und schon gar keine Mäuse. Die sind näm-lich die Hauptnahrung für Eulen.

Zweitens:
für eine weitere ökologische Aufwertung sorgen alte Bäume, Hecken und hohes Altgras entlang der Weidezäune. Ebenso wichtig, wie eine natürliche Land-schaft, sind für Schleier-Eulen aber auch ausreichend Brut- und Ruheplätze. Hierzu zählen in unserem Dorf insbesondere noch vorhandene alte Scheunen, die nicht hermetisch verrammelt wurden.

Landwirte, die über entsprechend alte Gebäude verfügen, haben als weitere Nisthilfe Eulen-Kisten an der Innenseite der Giebel angebracht. Sie sehen aller-dings ganz anders aus als die üblichen Nistkästen, die in unseren Hausgärten für Meisen und andere Vögel aufgehängt werden.

Eulen-Kisten sind nämlich recht groß, und zwar 1 m lang, 50 cm tief und auch 50 cm hoch. Sie haben einen kleinen Vorraum, in den die Eule hineinfliegt und einen dahinterliegenden Nebenraum, in dem die Jungen aufgezogen werden.

1 x pro Jahr müssen die Kisten gesäubert werden. Dafür sind entsprechende Klappen angebracht, denn das Gewöll, kleine Ballen aus Mäusehaaren und –knochen, wird von der Eule nach dem Fressen wieder ausgewürgt. Somit errei-chen die Knubbel recht schnell eine beachtliche Höhe. Vorn, an der Einflug-Öffnung, ist dadurch keine natürliche Barriere mehr vorhanden. Für heranwach-senden Jungen kann das gefährlich werden. Sie warten oftmals in diesem klei-nen Vorraum auf die Eltern, die das Futter bringen.

Bei der Balgerei um den besten Happen kann daher ein Jungvogel, der noch nicht ganz flügge ist, aus dem Einflugloch herauspurzeln und landet unten auf der Erde. So ein Fall hat sich im vergangenen Jahr in Brechten 3 x ereignet, Gott sei dank aber immer mit gutem Ausgang. Tiere, die noch nicht fliegen können, kann man nämlich problemlos wieder in ihre Kiste zurücksetzen, vorausgesetzt, die Hauskatze war nicht schneller. Das alles hört sich jetzt etwas kompliziert an, ist es aber überhaupt nicht. Und wenn dann eine Schleiereule in der Dämmerung rufend um’s Haus fliegt, hat man das beruhigende Gefühl: hier ist die Welt noch in Ordnung.

Solche Eulenrufe demnächst ebenfalls hören zu können, hofft Christa Hidde-mann. Sie hat nämlich Ende Februar in einem der Scheunengiebel neben ihrem Gasthof auch eine Eulenkiste anbringen lassen.

Wenn nun dieser Beitrag über Eulen Ihr Interesse geweckt hat, und Sie möchten am Giebel Ihres Gebäudes für diesen nachtaktiven Vogel vielleicht auch eine Kiste anbringen lassen, wissen aber nicht, wen Sie ansprechen kön-nen, dann rufen sie Herrn Neugebauer vom Naturschutzbund Dortmund an, der Ihnen gerne weiterhilft und auch alle etwaigen Fragen beantwortet. Seine Tele-fon-Nr. lautet: 0231-468780. Nabu heißt übrigens: Naturschutzbund.

Aber vergessen Sie nicht, sich vorher davon zu überzeugen, daß in dem infrage kommenden Umfeld die Lebensbedingungen für Schleier-Eulen auch stimmen und genau so sind, wie wir sie gerade beschrieben haben. Die Tiere müssen für sich und später für eine Aufzucht der Jungen genügend Nahrung vorfinden
rebecca
 
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